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Judenhass: Die lange Geschichte
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In diesem Video hier geht es um Hass gegen Jüdinnen und Juden -
um die Geschichte des Antisemitismus.
Viele denken dabei wohl als erstes an den Völkermord,
den die Nationalsozialisten begangen haben, das ist auch richtig.
Aber Antisemitismus gibt es schon viel länger, seit über 2.000 Jahren,
in unterschiedlichsten Formen und: Es gibt ihn bis heute.
Wenn wir von Antisemitismus sprechen, meinen wir die Feindschaft
gegenüber jüdischen Menschen.
Und die beginnt sehr früh.
Eigentlich in dem Augenblick,
als Juden erstmals als ethnische Gruppe wahrgenommen werden.
Die meisten Historiker:innen geben das 6. Jahrhundert vor Christus
als Aufstiegszeit des Judentums im östlichen Mittelmeer an.
Schon damals gibt es Konflikte mit antiken Glaubensrichtungen.
Das Judentum ist monotheistisch, die Anhänger glauben nur an einen Gott.
Das ist den polytheistischen Kulturen mit vielen Göttern mehr als suspekt.
Aber zu einer Feindschaft gegenüber Juden kommt es erst,
nachdem eine neue monotheistische Religion auf den Plan tritt,
die sich aber auch auf einen Juden beruft,
nämlich Jesus von Nazareth.
Ich spreche, na klar, vom Christentum.
Anfangs sind die Übergänge zwischen Juden und Christen noch fließend.
Aber bis zum Ende des ersten Jahrhunderts nach Christus
spalten sich die Christen ab.
Ein gewissen Konkurrenzkampf entsteht.
Letztlich geht es ja um die Frage nach der einzig wahren Religion.
Verus Israel, sagen die Gelehrten des Christentums,
"Wir sind das wahre Israel".
Also das Volk, das Gott in seinem neuen Bund ausgewählt hat.
Folgerichtig bedeutet das, das alte Judentum sei nicht mehr
von Gott ausgewählt - mehr noch:
Die Juden hätten Jesus als Gottes Sohn nicht erkannt, ihn gekreuzigt.
Damit werden die Juden zu Feinden des "wahren Glaubens".
Viele Christen sind überzeugt, die Juden seien Gottesmörder
und deshalb verdammt, heimatlos in der Welt umherzuirren.
Dieses Bild vom Judentum geht in die Glaubenslehre
der wachsenden christlichen Kirche ein
Es mündet im sogenannten "Antijudaismus".
Das ist die feindliche Ablehnung des Judentums aus religiösen Motiven.
Um das Thema einzugrenzen, beziehen wir uns ab jetzt
auf die Situation in Mitteleuropa und in deutschen Gebieten.
Das heißt nicht, dass nicht auch anderswo Juden diskriminiert
oder verfolgt wurden, im Gegenteil.
Während des frühen Mittelalters, bis zum 11. Jahrhundert nach Christus,
ist der Antijudaismus zwar allgegenwärtig,
nimmt aber meist keine lebensbedrohlichen Formen an.
Die meisten Juden und Christen leben weitgehend friedlich zusammen.
Der Konflikt findet unter Gelehrten statt,
Juden sind aber Christen rechtlich nicht gleichgestellt.
Sie dürfen etwa keine Ämter bekleiden.
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