Persepolis: Eine alte Stadt im Iran
Persepolis ist eine sehr alte Stadt im Iran. Der Name bedeutet „Stadt der Perser“. König Darius der Große baut die Stadt vor über 2500 Jahren.
Die Stadt ist heute eine Ruine, aber sie ist sehr schön. Es gibt viele große Steine und Säulen. Die Menschen sehen dort Bilder an den Wänden. Diese Bilder zeigen Soldaten und Geschenke aus vielen Ländern.
Persepolis ist wichtig für die Geschichte. Viele Touristen besuchen den Ort jedes Jahr. Sie machen Fotos und lernen viel über die Kultur. Es ist ein Weltkulturerbe der UNESCO.
Grammatik-Spotlight
Muster: Präsens (Gegenwart)
"Persepolis ist eine sehr alte Stadt im Iran."
Wir benutzen das Präsens für Fakten, die immer wahr sind. Das Verb 'sein' ändert sich je nach Person, hier ist es die dritte Person Singular.
Muster: Adjektive vor Nomen
"Es gibt viele große Steine und Säulen."
Adjektive beschreiben Nomen genauer. Wenn sie vor einem Nomen stehen, bekommen sie oft eine Endung wie '-e' oder '-en'.
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Wo liegt die Stadt Persepolis?
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Wo liegt die Stadt Persepolis?
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Im Iran
Persepolis ist eine moderne Stadt mit neuen Häusern.
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Richtige Antwort: Falsch
Was bedeutet das Wort 'besuchen'?
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Zu einem Ort gehen
Persepolis ist eine sehr _____ Stadt.
Deine Antwort:
Richtige Antwort: alte
Persepolis: Die antike Pracht von Persien
Persepolis ist eine sehr alte und berühmte Stadt im Iran. Auf Persisch heißt sie „Takht-e Jamshid“. Das bedeutet „Thron von Jamshid“. König Darius der Große baute die Stadt vor etwa 2500 Jahren. Sie war das Zentrum eines riesigen Imperiums.
Die Stadt war besonders wichtig für große Feste. Viele Menschen aus verschiedenen Ländern besuchten Persepolis. Sie brachten Geschenke für den König mit. Die Gebäude waren sehr groß und schön. Man kann heute noch hohe Säulen und Bilder aus Stein sehen. Diese Bilder zeigen Soldaten, Tiere und Blumen.
Im Jahr 330 vor Christus zerstörte Alexander der Große die Stadt mit Feuer. Heute ist Persepolis eine Ruine, aber sie ist immer noch sehr beeindruckend. Jedes Jahr kommen viele Touristen aus der ganzen Welt hierher. Sie möchten die Geschichte von Persien besser verstehen. Persepolis ist heute ein UNESCO-Welterbe, weil es ein wichtiges Symbol für die alte Kultur ist.
Grammatik-Spotlight
Muster: Präteritum (Vergangenheit)
"König Darius der Große baute die Stadt vor etwa 2500 Jahren."
Das Präteritum benutzt man oft in Texten über die Geschichte. Bei regelmäßigen Verben fügt man die Endung -te an den Verbstamm an.
Muster: Nebensatz mit 'weil'
"Persepolis ist heute ein UNESCO-Welterbe, weil es ein wichtiges Symbol für die alte Kultur ist."
Mit 'weil' erklärt man einen Grund. In diesem Nebensatz steht das konjugierte Verb immer ganz am Ende.
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In welchem Land liegt Persepolis?
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In welchem Land liegt Persepolis?
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Richtige Antwort: Iran
Persepolis wurde vor 500 Jahren gebaut.
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Falsch
Was ist ein 'Geschenk'?
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Richtige Antwort: Etwas, das man jemandem gibt
König Darius der Große _____ die Stadt vor etwa 2500 Jahren.
Deine Antwort:
Richtige Antwort: baute
Wer zerstörte die Stadt Persepolis?
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Alexander der Große
Persepolis: Ein Fenster in das alte Persien
Persepolis, im heutigen Iran als „Takht-e Jamshid“ bekannt, ist eines der beeindruckendsten Symbole der antiken Welt. Diese prachtvolle Stadt wurde um 518 v. Chr. von Dareios dem Großen gegründet. Sie war nicht nur ein administratives Zentrum, sondern vor allem die zeremonielle Hauptstadt des Achämenidenreichs. Dieses Reich gilt als die erste globale Supermacht der Geschichte, da es sich über drei Kontinente erstreckte.
Die Stadt wurde auf einer riesigen, künstlichen Terrasse erbaut, die am Fuße eines Berges liegt. Wenn man heute die Ruinen besucht, kann man immer noch die monumentalen Treppen und die riesigen Säulen bewundern. Besonders berühmt sind die Reliefs an den Wänden. Diese Kunstwerke zeigen Menschen aus verschiedenen Teilen des Reiches, die dem König Geschenke bringen. Damit wollte der Herrscher zeigen, wie vielfältig und mächtig sein Reich war.
Leider wurde Persepolis im Jahr 330 v. Chr. von Alexander dem Großen erobert und durch ein großes Feuer zerstört. Trotz der Zerstörung sind viele Teile der Anlage erhalten geblieben. Heute ist Persepolis ein UNESCO-Weltkulturerbe und zieht jedes Jahr Tausende von Touristen an. Wer sich für Geschichte interessiert, sollte diesen Ort unbedingt besuchen. Es ist faszinierend zu sehen, wie die Menschen vor über 2000 Jahren gelebt und gebaut haben. Die Ruinen erzählen Geschichten von Ruhm, Macht und dem Untergang eines großen Imperiums.
Grammatik-Spotlight
Muster: Passiv (Präteritum)
"Die Stadt wurde auf einer riesigen, künstlichen Terrasse erbaut."
Das Passiv wird verwendet, wenn die Handlung wichtiger ist als die Person, die sie ausführt. Man bildet es im Präteritum mit 'wurde' und dem Partizip II am Satzende.
Muster: Relativsätze
"Diese Kunstwerke zeigen Menschen aus verschiedenen Teilen des Reiches, die dem König Geschenke bringen."
Ein Relativsatz gibt zusätzliche Informationen zu einem Nomen. Er wird mit einem Relativpronomen eingeleitet, und das konjugierte Verb steht am Ende des Nebensatzes.
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Wer hat Persepolis gegründet?
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Wer hat Persepolis gegründet?
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Dareios der Große
Persepolis wurde durch ein großes Feuer zerstört.
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Richtig
Was bedeutet das Wort 'prachtvoll'?
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Sehr schön und beeindruckend
Heute ist Persepolis ein UNESCO-_____.
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Weltkulturerbe
In welchem heutigen Land liegt Persepolis?
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Iran
Persepolis: The Ceremonial Heart of the Achaemenid Empire
Persepolis, known in Persian as Takht-e Jamshid, stands as a monumental testament to the grandeur of the ancient Achaemenid Empire. Situated in the plains of Marvdasht, this architectural marvel was founded by Darius the Great around 518 BCE. Unlike the administrative centers of the empire, such as Susa or Babylon, Persepolis was specifically designed as a ceremonial capital. It was intended to showcase the unprecedented power and wealth of an empire that, at its peak, spanned three continents.
The construction of Persepolis was an immense undertaking that required decades to complete. Built upon a massive man-made terrace, the site features a series of palatial buildings characterized by their sophisticated engineering and artistic detail. One of the most striking features is the Apadana Palace, where the King of Kings received delegations from across the globe. The walls are adorned with intricate bas-reliefs depicting subjects from various nations—ranging from Ethiopians to Indians—bringing gifts to the Persian monarch. These carvings serve as a fascinating historical record of the diverse cultures unified under Persian rule. Furthermore, the innovative drainage systems and the precision of the stone masonry reflect a level of technological advancement that was rarely seen elsewhere during that era.
Despite its architectural resilience, the glory of Persepolis was eventually diminished. In 330 BCE, Alexander the Great captured the city during his conquest of the Persian Empire. According to historical accounts, a devastating fire broke out, destroying much of the wooden structures and leaving only the stone skeletons we see today. Whether this act was intentional or accidental remains a subject of debate among historians; nonetheless, the ruins continue to evoke a sense of awe. Many believe the fire was a symbolic act of revenge for the destruction of Athens years earlier.
Today, Persepolis is recognized as a UNESCO World Heritage site and remains a profound symbol of Iranian identity. It offers invaluable insights into the social and political structures of antiquity. For visitors, walking through the Gate of All Nations is not merely a tourist activity but an immersive journey into a past where different civilizations converged. Consequently, preserving such a site is essential for understanding the shared heritage of humanity and the complex history of the Middle East.
Grammatik-Spotlight
Muster: Passive Voice for Formal Tone
"this architectural marvel was founded by Darius the Great around 518 BCE."
The passive voice is used here to focus on the object (the marvel) rather than the subject. It is common in historical and academic writing to maintain a formal register.
Muster: Non-defining Relative Clauses
"the Apadana Palace, where the King of Kings received delegations from across the globe."
This clause provides extra information about the Apadana Palace. It is separated by a comma and uses the relative adverb 'where' to refer to a location.
Muster: Discourse Markers for Consequence
"Consequently, preserving such a site is essential for understanding the shared heritage of humanity."
The word 'Consequently' is a transition marker used to show a result or effect. It helps connect the importance of historical insights to the necessity of preservation.
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What was the primary function of Persepolis according to the text?
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What was the primary function of Persepolis according to the text?
Deine Antwort:
Richtige Antwort: A ceremonial capital
The construction of Persepolis was completed in less than ten years.
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Richtige Antwort: Falsch
What does the word 'depicting' mean in the context of the article?
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Representing through art
The walls of the palace are _____ with intricate bas-reliefs.
Deine Antwort:
Richtige Antwort: adorned
Who was responsible for the capture and eventual fire at Persepolis?
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Alexander the Great
Persepolis: Das steinerne Gedächtnis des antiken Persiens
Inmitten der kargen Hochebene der Provinz Fars, umrahmt von den schroffen Gebirgszügen des Zagros, erheben sich die majestätischen Überreste dessen, was einst das pulsierende Herz des Achämenidenreiches darstellte. Persepolis, im Persischen als Takht-e Jamshid – der Thron des Jamshid – bekannt, fungiert heute nicht bloß als archäologische Fundstätte, sondern als ein tief verwurzeltes Symbol iranischer Identität und einstiger imperialer Größe. Es war Darius I., der um 518 v. Chr. den Entschluss fasste, auf einer massiven, künstlich angelegten Terrasse ein zeremonielles Zentrum zu errichten, das die Welt in Staunen versetzen sollte.
Anders als die Verwaltungszentren Susa oder Babylon war Persepolis primär als Bühne für die prunkvolle Selbstdarstellung einer globalen Supermacht konzipiert. Hier manifestierte sich der Anspruch auf Weltherrschaft durch eine Architektur, die an Opulenz und Detailreichtum ihresgleichen suchte. Die monumentale Doppeltreppe, die zum Palast der Apadana führt, zeugt noch heute von der logistischen und künstlerischen Brillanz der damaligen Baumeister. Besonders eindrucksvoll sind die erhaltenen Flachreliefs, welche Gesandtschaften aus allen Teilen des Reiches – von Äthiopien bis Indien – zeigen, wie sie dem Großkönig in feierlicher Prozession ihre Gaben darbringen. Diese Darstellungen unterstreichen den multikulturellen Charakter des ersten Weltreichs der Geschichte, in dem die Vielfalt der Völker als Ausdruck imperialer Stärke begriffen wurde.
Doch die Prachtentfaltung war nicht von ewiger Dauer. Der Untergang von Persepolis im Jahr 330 v. Chr. durch die Truppen Alexanders des Großen markiert eine der dramatischsten Zäsuren der antiken Weltgeschichte. Ob die Brandschatzung der Stadt ein Akt kalkulierter Rache für die Zerstörung Athens durch die Perser oder lediglich das Resultat eines trunkenen Exzesses war, bleibt unter Historikern bis heute Gegenstand kontroverser Debatten. Fest steht jedoch, dass die Ruinen, die wir heute bewundern, eine melancholische Erinnerung an die Vergänglichkeit von Macht darstellen. Dass die massiven Säulen trotz verheerender Erdbeben und systematischer Plünderungen über zwei Jahrtausende hinweg standhielten, verleiht dem Ort eine fast sakrale Aura.
In der heutigen Zeit geht die Bedeutung von Persepolis weit über das rein Historische hinaus. Als UNESCO-Welterbestätte fungiert sie als Ankerpunkt für das nationale Bewusstsein. Trotz wechselnder politischer Konstellationen im modernen Iran bleibt der Stolz auf dieses architektonische Erbe ungebrochen. Die Auseinandersetzung mit Persepolis erfordert eine nuancierte Betrachtungsweise: Einerseits die Bewunderung für eine zivilisatorische Höchstleistung und die relative Toleranz gegenüber unterworfenen Völkern, andererseits die kritische Reflexion über die Natur imperialer Hegemonie. Letztlich ist es die zeitlose Ästhetik des Steins, die uns mahnt, dass wahre kulturelle Größe oft erst in der Stille der Ruinen ihre volle, transzendente Wirkung entfaltet.
Grammatik-Spotlight
Muster: Der Spaltsatz (Cleft Sentence)
"Es war Darius I., der um 518 v. Chr. den Entschluss fasste, auf einer massiven Terrasse ein zeremonielles Zentrum zu errichten."
Diese Konstruktion dient der besonderen Betonung eines Satzgliedes (hier das Subjekt Darius I.). Durch die Einleitung mit 'Es war...' wird die Aufmerksamkeit des Lesers gezielt auf den Urheber der Handlung gelenkt.
Muster: Nominalisierung
"Die Auseinandersetzung mit Persepolis erfordert eine nuancierte Betrachtungsweise."
In der C1-Ebene werden komplexe Sachverhalte oft durch Substantive ausgedrückt (Auseinandersetzung, Betrachtungsweise). Dies ermöglicht eine hohe Informationsdichte und einen formellen, akademischen Stil.
Muster: Inversion nach lokalem Adverbiale
"Inmitten der kargen Hochebene der Provinz Fars erheben sich die majestätischen Überreste."
Wird eine lokale Ergänzung an den Satzanfang gestellt, folgt unmittelbar das Verb und dann erst das Subjekt. Dies dient der atmosphärischen Rahmung und Variation des Satzbaus.
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12 Fragen · C1 Fortgeschritten · 1 kostenlose Vorschau
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Was unterscheidet Persepolis von den Städten Susa und Babylon?
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Was unterscheidet Persepolis von den Städten Susa und Babylon?
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Richtige Antwort: Persepolis diente primär zeremoniellen Zwecken und der Selbstdarstellung.
Die Flachreliefs in Persepolis zeigen ausschließlich kriegerische Szenen und Schlachten.
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Falsch
Was bedeutet das Wort 'Zäsur' in diesem Kontext?
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Ein einschneidendes Ereignis, das eine Entwicklung unterbricht.
Die Ruinen von Persepolis sind heute eine UNESCO-_____.
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Welterbestätte
Welche Haltung nahm das Achämenidenreich laut Text gegenüber unterworfenen Völkern ein?
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Eine relative Toleranz, die sich in der Darstellung der Vielfalt widerspiegelte.
Historiker sind sich absolut einig darüber, warum Alexander der Große die Stadt niederbrannte.
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Falsch
Persepolis: Das steinerne Echo einer längst vergangenen Weltmacht
Inmitten der kargen Hochebene der heutigen Provinz Fars im Iran erhebt sich ein Monument, das weniger als bloße Ruine, sondern vielmehr als versteinertes Manifest einer imperialen Ideologie begriffen werden muss: Persepolis. Gegründet von Dareios I. um 518 v. Chr., fungierte diese Anlage, im Persischen als Takht-e Jamshid – der Thron des Jamshid – bekannt, nicht etwa als administratives Nervenzentrum, wie es Susa oder Babylon waren, sondern als sakraler und zeremonieller Schauplatz der achämenidischen Dynastie. Es war eine Bühne, auf der die Macht des ersten globalen Weltreichs der Geschichte in Stein gemeißelt wurde.
Die architektonische Konzeption von Persepolis ist von einer Finesse geprägt, die selbst nach modernen Maßstäben Bewunderung evoziert. Auf einer künstlich angelegten Terrasse von gigantischen Ausmaßen errichteten die Achämeniden einen Komplex, der die kulturelle Diversität ihres Reiches widerspiegeln sollte. Hätte man die Anlage zur Zeit ihrer Blüte betreten, so wäre man von der Apadana, der großen Audienzhalle, empfangen worden, deren Dach von 72 Säulen getragen wurde, die jeweils stolze 24 Meter in den Himmel ragten. Die Kapitelle, oft in Form von doppelköpfigen Stieren oder Löwen gestaltet, zeugen von einer handwerklichen Meisterschaft, die Einflüsse aus Ägypten, Mesopotamien und Kleinasien synthetisierte.
Besonders bemerkenswert sind die Basreliefs, die die Treppenaufgänge zieren. In einer fast schon dokumentarischen Akribie zeigen sie Delegationen aus allen Winkeln des Reiches – von den Äthiopiern bis zu den Baktrern –, die dem Großkönig ihre Tribute darbringen. Diese Darstellungen dienten nicht nur der bloßen Dekoration; sie waren ein machtpolitisches Instrument, das die Vision eines harmonischen Vielvölkerstaates unter der Ägide eines gerechten Herrschers propagierte. Hier wurde das Ideal der Pax Persica visuell manifestiert, ein Zustand relativer Stabilität, der durch die Integration und Anerkennung lokaler Traditionen gewahrt werden sollte.
Doch die Erhabenheit von Persepolis war nicht von ewiger Dauer. Im Jahr 330 v. Chr. fiel die Stadt den Truppen Alexanders des Großen zum Opfer. Ob die darauffolgende Brandschatzung ein Akt kalkulierter politischer Symbolik war, um das Ende der persischen Vorherrschaft zu markieren, oder ob sie einem alkoholisierten Impuls entsprang, bleibt unter Historikern Gegenstand lebhafter Debatten. Was jedoch blieb, sind die steinernen Skelette, die Wind und Wetter überdauerten und bis heute von der Vergänglichkeit menschlicher Hybris künden.
In der heutigen Zeit fungiert Persepolis als ein zentraler Identitätsstiftungsort für den Iran und als UNESCO-Welterbe von unschätzbarem Wert. Es ist ein Ort, an dem die Geschichte nicht nur gelesen, sondern in ihrer physischen Schwere erfahren werden kann. Wer vor dem „Tor aller Länder“ steht und die Monumentalität der geflügelten Stiere betrachtet, begreift, dass Persepolis weit mehr ist als eine archäologische Stätte – es ist ein philosophisches Memento Mori, das uns daran erinnert, dass selbst die gewaltigsten Imperien letztlich nur Spuren im Staub der Zeit hinterlassen.
Grammatik-Spotlight
Muster: Konjunktiv II der Vergangenheit (Irrealis)
"Hätte man die Anlage zur Zeit ihrer Blüte betreten, so wäre man von der Apadana empfangen worden."
Dieser Modus wird verwendet, um hypothetische Ereignisse in der Vergangenheit auszudrücken, die nicht stattgefunden haben. Die Struktur besteht aus 'hätte/wäre' + Partizip II.
Muster: Erweitertes Partizipialattribut
"Auf einer künstlich angelegten Terrasse von gigantischen Ausmaßen..."
Hier fungiert ein Partizip (angelegt) als Adjektiv, das durch weitere Angaben (künstlich) ergänzt wird. Dies ist typisch für den akademischen Stil im Deutschen.
Muster: Passiversatz mit 'sich lassen'
"...das weniger als bloße Ruine, sondern vielmehr als versteinertes Manifest einer imperialen Ideologie begriffen werden muss..."
Obwohl hier das Modalverb 'müssen' mit Passiv genutzt wird, nutzt der Text an anderen Stellen komplexe Passivkonstruktionen, um Objektivität zu wahren.
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12 Fragen · C2 Meisterschaft · 1 kostenlose Vorschau
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Welche Funktion hatte Persepolis primär im Vergleich zu Susa?
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Welche Funktion hatte Persepolis primär im Vergleich zu Susa?
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Es diente als sakraler und zeremonieller Schauplatz.
Die Architektur von Persepolis ignorierte fremde Einflüsse und war rein persisch.
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Falsch
Was bedeutet 'Hybris' im Kontext des Artikels?
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Anmaßender Stolz
Die Anlage wurde um 518 v. Chr. von _____ I. gegründet.
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Dareios
Was stellen die Basreliefs an den Treppenaufgängen dar?
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Delegationen, die dem König Tribute bringen.
Historiker sind sich absolut einig, dass Alexander der Große Persepolis aus Versehen niederbrannte.
Deine Antwort:
Richtige Antwort: Falsch