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5 Missverständnisse über den Placeboeffekt
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Placebo-Effekt. Man denkt, man weiß das Wesentliche.
Egal, ob Medikamente, Homöopathie
oder Sachen wie Kurkuma, Aktivkohle, Ölziehen.
Wenn ich etwas zu mir nehme oder anwende,
und es geht mir danach besser,
dann gibt es nicht nur zwei mögliche Erklärungen.
Entweder, das Zeug wirkt.
Oder Placebo-Effekt.
Nein, dahinter steckt noch viel mehr.
Heute klären wir fünf Missverständnisse
über den Placebo-Effekt,
die uns zeigen, dass der Placebo-Effekt
gleichzeitig überschätzt und unterschätzt wird.
Also macht es euch gemütlich, holt euch einen Tee, los geht es.
Folgendes wisst ihr wahrscheinlich schon.
Placebos werden in klinischen Studien eingesetzt.
Wenn man einen Wirkstoff testen will,
dann bekommt eine Testgruppe ein Medikament mit diesem Wirkstoff.
Und die Kontrollgruppe bekommt ein Scheinmedikament,
ohne Wirkstoff, also ein Placebo.
Einigen Menschen in dieser Placebo-Gruppe
wird es trotzdem nach der Gabe des Scheinmedikament besser gehen.
Eine gängige Erklärung dafür ist der Placebo-Effekt.
Allein die Erwartung, dass mir etwas helfen wird,
hilft tatsächlich. Selbst ohne Wirkstoff.
Doch da kommen wir schon zum ersten Missverständnis.
Nein, da gibt es noch viel mehr Effekte.
Ein einfacher Grund, warum es jemandem
nach einer Anwendung besser geht, ist Zeit.
Wenn ich etwas zu mir nehme,
sei es ein wirksames Medikament oder ein unwirksames Bullshit-Mittel,
dann meistens genau dann, wenn es mir gerade besonders schlecht geht.
Etwa bei einer vorübergehenden Erkältung
oder bei einem chronischen Leiden, das in Schüben kommt.
Wenn es mir gerade außergewöhnlich schlecht geht,
dann ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch,
dass es mir bald wieder gewöhnlich geht,
solange etwas Zeit vergeht.
Das Phänomen wurde gut in diesem Video demonstriert.
Von meiner Kollegin Juli.
Aus dem Club der Wissenschaftler, die wie Monate heißen.
Juli versucht,
mit einem Würfel möglichst hohe Augenzahlen zu würfeln.
Und bedient sich dabei eines Zauberstabes,
der dafür sorgt, bei Bedarf, dass sich die Augenzahl verbessert.
Immer wenn es schlecht läuft,
immer wenn Juli eine Eins oder eine Zwei würfelt,
wedelt sie mit dem Zauberstab.
Und siehe da, schon werden die Augenzahlen daraufhin höher.
Zumindest zeigt es eine mathematisch korrekte Auswertung.
Über eine längere Wurf-Reihe.
Doch das hat natürlich nichts mit Magie zu tun.
Sondern einfach nur mit der hohen Wahrscheinlichkeit,
dass nach einem schlechten Wurf wie eins oder zwei
sich die Augenzahl nach oben verbessert.
Für die Medikamente heißt das,
nur weil eine Verbesserung nach einem Placebo eingetreten ist,
heißt das noch nicht automatisch,
dass diese Verbesserung auch dadurch verursacht wurde.
Neben der Regression zur Mitte gibt es noch andere Effekte.
Wie die Antwort-Tendenz.
Das kann Studien verzerren, die auf Befragungen beruhen.
Vor allem, wenn die Befragten etwas zugeben sollen.
Was gesellschaftlich nicht akzeptiert ist.
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